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Der Stromhandel im März und April

16.05.2019 – Deutschland exportierte in den beiden vergangenen Monaten weniger Strom als im gleichen Vorjahreszeitraum: Der Nettoexport fiel um 8 Prozent. Größte Importeure von hier produziertem Strom waren Österreich, die Niederlande und Frankreich. Der Großhandelsstrompreis lag im Durchschnitt bei 33,74 Euro/MWh und somit leicht unter dem Durchschnittspreis im gleichen Vorjahreszeitraum.

Handelspreise an einem Börsengraph

In den Monaten März und April betrug der kommerzielle Nettostromexport Deutschlands 8,9 TWh. Das entspricht 10,1 Prozent des in diesem Zeitraum in Deutschland produzierten Stroms. Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Nettoexport um 8 Prozent. Hauptabnehmer war Österreich, in das unterm Strich – d.h. nach Saldierung von Exporten und Importen – mit 3.014 GWh am meisten exportiert wurde (minus 10,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). An zweiter Stelle lagen die Niederlande mit 1.759 GWh (minus 42,4 Prozent) vor Frankreich, in das netto 1.322 GWh exportiert wurde (minus 32,8 Prozent). Auch gegenüber Tschechien war Deutschland im März und April mit 480 GWh Nettoexporteur. Im Vorjahr war es umgekehrt: Tschechien hatte damals noch 1.245 GWh mehr Strom nach Deutschland exportiert als von hier importiert. Grund hierfür ist die veränderte Preisdifferenz zwischen beiden Ländern. Lagen im Vorjahreszeitraum die Preise in Deutschland in den meisten Stunden noch über den Preisen in Tschechien, so hat sich dies im März und April dieses Jahres umgedreht.

Schweden war im März und April das einzige Land aus denen Deutschland mehr Strom importiert hat als es dorthin exportiert. Der Importüberschuss lag aber mit insgesamt 75 GWh auf geringem Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies dennoch eine deutliche Steigerung der Importe. Der Grund: Im vergangenen Jahr war das Seekabel zwischen Deutschland und Schweden (Baltic Cable) ab Ende März und über den gesamten April ausgefallen, sodass im Vorjahreszeitraum kaum Handel zwischen Deutschland und Schweden stattfinden konnte.

Mit den Marktdaten von SMARD lassen sich diese Daten grafisch darstellen

Die Grafik stellt den kommerziellen Stromhandel von Deutschland im Überblick dar. (Brutto-)Exporte werden oberhalb, (Brutto-)Importe unterhalb der Null-Linie dargestellt.

Der Großhandelspreis in Deutschland

Die Großhandelsstrompreise haben im Vergleich zum Vorjahr leicht nachgegeben: Die Stundenprodukte des EPEX-Spot-Day-Ahead-Markts wurden in den Monaten März und April zwischen 60,73 Euro und minus 83,01 Euro je Megawattstunde (Euro/MWh) gehandelt und hatten dabei einen Durchschnittspreis von 33,74 Euro/MWh. Dies sind 1,01 Euro/MWh weniger als im Vorjahr.

Der höchste Börsenstrompreis auf dem Day-Ahead-Markt der beiden vergangenen Monate war am Dienstag, den 19. März, in der Zeit von 19 bis 20 Uhr mit 60,73 Euro/MWh zu zahlen. In dieser Stunde traf ein relativ hoher Stromverbrauch auf eine geringe Einspeisung aus erneuerbaren Energien. Der Strommarkt reagiert auf diese Situation, in dem Speicher entladen werden (z. B. Pumpspeicherwerke), flexible Lasten ihren Stromverbrauch drosseln und konventionelle Kraftwerke mit höheren Grenzkosten eingesetzt werden, vor allem Gaskraftwerke. Aufgrund der Kopplung der Strommärkte in Europa konnte Deutschland zudem aus Frankreich, Tschechien, Dänemark, den Niederlanden und der Schweiz günstigeren Strom importieren (rund 3,5 GWh).

Der niedrigste Strompreis mit minus 83,01 Euro/MWh war am Ostermontag, den 22. April, zwischen 14 und 15 Uhr zu beobachten. Hier traf ein für die Osterfeiertage typischer niedriger Verbrauch auf eine hohe Photovoltaik-Einspeisung. Da in allen Anrainerstaaten die Strompreise über den deutschen Preisen lagen fand auch ein sehr hoher Export ins Ausland statt. Der Nettoexport betrug 13,1 GWh.

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