Direkt zum Inhalt springen.
Logo der Bundesnetzagentur

Hinweis: Diese Webseite ist für die von Ihnen genutzte Browser-Version nicht optimiert.

Prognosedaten

Erwarteter Strombedarf beeinflusst die letztliche Erzeugung

Um den Kraftwerkseinsatz planen zu können, müssen die Stromerzeuger im Voraus wissen, wann voraussichtlich Strom aus ihren Anlagen benötigt wird. Aus diesem Grund werden unter anderem Stromverbrauchsprognosen erstellt.
Als Grundlage dafür dienen zum einen sogenannte Standardlastprofile. Sie werden repräsentativ für bestimmte Verbrauchsgruppen, bei denen ein ähnlicher Verbrauch zu erwarten ist, zum Beispiel bei Haushaltskunden, herangezogen. Die Standardlastprofil-Zähler werden dazu einmal im Jahr abgelesen. Zum anderen werden auch die Daten von Großkunden erfasst. Ab einem Strombedarf von über 100.000 Kilowattstunden (kWh) erfolgt dies durch die sogenannte registrierende Leistungsmessung. Im Rahmen dessen wird der Verbrauch viertelstundenscharf erfasst und monatlich übermittelt. Mit Hilfe dieser sowie meteorologischer Daten und sozioökonomischen Faktoren ergeben sich statistische Werte, aufgrund derer dann der zu erwartende Verbrauch ermittelt werden kann.

Anhand dieser Verbrauchsprognosen und der Prognosen der Erzeugung aus erneuerbaren und konventionellen Energieträgern, können die Stromerzeuger die sogenannte Kraftwerkseinsatzplanung vornehmen. Bei dieser Planung fließen auch noch weitere Variablen ein; beispielsweise der Zustand der Erzeugungsanlagen oder auch Abschätzungen zum Angebotsverhalten weiterer Akteure auf dem Strommarkt.

Die auf SMARD bereitgestellten Prognosedaten werden von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern für ihre jeweilige Regelzone gemeldet und für Deutschland aggregiert.

Zwischen den prognostizierten Werten, beispielsweise für den Stromverbrauch, und den realisierten Werten kann es zu Abweichungen kommen. Verbrauchs- und Erzeugungsprognosen verbessern sich jedoch fortlaufend. Dies zeigt sich auch bei der Betrachtung der Abweichung zwischen den prognostizierten und den realisierten Werten im Jahr 2015 und im Jahr 2020:

Beim Stromverbrauch können Abweichungen zwischen den prognostizierten und den realisierten Werten beispielsweise dann auftreten, wenn mehr oder weniger Strom verbraucht wird als vorher angenommen.
Bei den Erzeugungswerten kann es zu Abweichungen kommen, wenn Kraftwerke ungeplant nicht mit der vollen Leistung betrieben werden können, beispielsweise aufgrund eines Defekts. Auch wenn eine Wetterprognose nicht wie erwartet eintritt, kann dies zu einer Abweichung bei der Erzeugung durch Windkraft- oder Photovoltaikanlagen führen.
Weicht der realisierte Stromverbrauch von den Prognosen ab, wird die Erzeugung angepasst. Ist dies nicht mehr rechtzeitig möglich, kann es zu einem positiven oder negativen Regelzonensaldo kommen, also einem systemweiten physikalischen Überhang an Stromeinspeisung oder -entnahme. Dieses Ungleichgewicht gleichen die Übertragungsnetzbetreiber mit Regelreserve aus.

Auf SMARD sind auch die Prognosewerte für erneuerbare Energien einsehbar. Dabei kann zwischen Wind Offshore, Wind Onshore, Photovoltaik und der restlichen Erzeugung (Sonstige) unterschieden werden. Der Baustein „Gesamt“ beziffert die prognostizierte Erzeugung aus konventionellen und erneuerbaren Energieträgern. Die Daten werden von den Übertragungsnetzbetreibern immer um 18.00 Uhr für den nächsten Tag gemeldet.

In der Kategorie „Prognostizierter Stromverbrauch“ befindet sich außerdem noch der Baustein „Prognostizierte Residuallast“. Sie gibt jenen Anteil des Stromverbrauchs an, der voraussichtlich nicht durch die Erzeugung aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen gedeckt werden kann. Als im Oktober 2021 die beiden Sturmtiefs „Hendrik“ und „Ignatz“ über Deutschland zogen, kam es zu einer hohen Einspeisung durch Windkraftanlagen. Diese hatte sich vorher bereits in den Prognosen angekündigt. Entsprechend gering waren in diesem Zeitraum auch die Prognosen der Residuallast.

Link