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Grenzüberschreitender Stromhandel

Europäischer Strombinnenmarkt senkt Kosten und stärkt Versorgungssicherheit

Strom wird auf dem Großhandelsmarkt verkauft. Dieser Verkauf kann innerhalb eines Landes, aber auch über Grenzen hinweg geschehen. Grundlage des grenzüberschreitenden Stromhandels ist das europäische Verbundnetz. In diesem sind die Stromnetze der Länder über sogenannte Grenzkuppelleitungen miteinander verbunden. Das Verbundnetz ermöglicht es, die Märkte zu einem europäischen Strombinnenmarkt zu koppeln.

Der Börsenpreis am Day-Ahead-Markt wird für die gekoppelten Märkte gemeinsam ermittelt. So wird der Preis in der Gebotszone Deutschland-Luxemburg zum Beispiel gemeinsam mit dem Preis in der Gebotszone Frankreichs oder der Gebotszone der Niederlande berechnet. Dabei geben Stromanbieter und -nachfrager ihre Gebote in ihrer jeweiligen Zone ab. In einem iterativen Prozess wird dann die Stromnachfrage in einer Gebotszone durch die günstigsten Stromangebote aus anderen Gebotszonen bedient, bis die Verbindungen zwischen den Gebotszonen (Grenzkuppelstellen) ausgelastet sind. Solange die Grenzkuppelstellen von ihrer Kapazität her ausreichen, gleichen sich die Preise in den Märkten an.

Marktkopplung bezieht sich auf den vortägigen Handel (day-ahead) und den untertägigen Handel (intraday) zwischen zwei oder mehr Gebotszonen. Im Day-Ahead-Handel ist die Marktkopplung weit vorangeschritten: Schon 2006 haben Belgien, Frankreich und die Niederlande ihre Day-Ahead-Märkte gekoppelt. Deutschland und Luxemburg schlossen sich 2010 an, 2013 kam Österreich dazu. Mit Hilfe des gemeinsamen Preiskopplungssystem „Price Coupling of Regions“ (PCR) sind heute 19 europäische Länder in ein flächendeckendes Market Coupling integriert. Neben den genannten Ländern gehören auch die skandinavischen Länder, die baltischen Staaten, Großbritannien, Polen, Slowenien, Italien, Portugal und Spanien dazu. Die Marktkopplung des Intraday-Handels soll ab 2018 erfolgen.

Nationale Strommärkte profitieren von der Möglichkeit des grenzüberschreitenden Stromhandels, da Unterschiede beim Verbrauch und der Erzeugung besser ausgeglichen werden können: beispielsweise weht der Wind in Europa nicht immer überall gleich, andere Anlagen können dies aber ausgleichen. Auch treten Nachfragespitzen nicht immer gleichzeitig in Europa auf. Durch diesen überregionalen Ausgleich im Binnenmarkt müssen weniger Kapazitäten vorgehalten werden. Auch sinkt die Wahrscheinlichkeit für ungeplante Stromausfälle weiter, weil Angebot und Nachfrage in einem größeren Markt besser zusammenkommen können und der Ausfall einzelner Leitungen leichter ausgeglichen werden kann. Das bedeutet: Die Versorgungssicherheit wird gestärkt und die Stromerzeugungskosten in Europa sinken.

Die für den Handel zur Verfügung stehende Übertragungskapazität und Netzinfrastruktur zwischen den Mitgliedstaaten der EU ist zwar begrenzt, wird aber weiter ausgebaut, um die Vorteile des europäischen Stromhandels zu erschließen. Aufgrund der Begrenzung wird das Nutzungsrecht der Übertragungskapazitäten an den Grenzen versteigert oder aber im Zuge der Marktkopplung, dem sogenannten Market Coupling, eingesetzt. Beim Market Coupling werden die Strommärkte der Länder automatisiert miteinander verknüpft. Die Strombörsen errechnen in einem koordinierten Verfahren, wie die Übertragungskapazitäten optimal genutzt werden können. Die Folge: Eine zunehmende Preisangleichung in den europäischen Ländern.

Die Schaffung eines Energiebinnenmarktes ist eines der zentralen Elemente der Energieunion. Die Energieunion strebt danach, den europäischen Binnenmarkt für Strom und Gas in Europa weiterzuentwickeln und klimafreundliche Energieversorgung langfristig sicher, emissionsarm und kostengünstig zu machen. Das setzt die Nutzungsmöglichkeit der Übertragungskapazitäten zwischen den einzelnen Ländern für einen grenzüberschreitenden Stromhandel und insbesondere die Marktkopplung voraus.

Im Bereich Marktdaten visualisieren wird der grenzüberschreitende Stromhandel in der Datenkategorie kommerzieller Außenhandel übersichtlich dargestellt. Bei den Daten handelt es sich um die geplanten Im- und Export-Übertragungsleistungen für die jeweils angezeigte Stunde. Die Daten zum kommerziellen Außenhandel werden in stündlicher Auflösung geliefert und nach jeder Intraday-Session aktualisiert. Interessant ist für den Nutzer auch der physikalische Stromfluss, der sich aus dem Zusammenspiel aller physikalischen Ein- und Ausspeisungen und dem elektronischen Zustand aller miteinander verbundenen Netze ergibt – kurz: der elektrotechnischen Eigenschaften des Stromsystems. Auch der physikalische Stromfluss wird auf SMARD dargestellt.

Die Grafik zeigt die aktuellen Ex- und Importe Deutschlands. Die schwarze Linie gibt die Nettoex- beziehungsweise -importe an, wobei positive Werte für Exporte, negative für Importe stehen. Die farbigen Balken stellen die gehandelten Strommengen an den jeweiligen Marktgebietsgrenzen dar.

Bayern

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