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Konventionelle Erzeugung gesunken - Stromerzeugung und Stromhandel im November 2020

11.12.2020 – Die gesamte Stromerzeugung in Deutschland ist im November um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Während die Einspeisung aus erneuerbaren Energien 9,3 Prozent über dem Vorjahreswert lag, ging die aus konventionellen Energieträgern um 8,1 Prozent zurück. Der Stromverbrauch lag 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Insgesamt war Deutschland im November Nettoexporteur.

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren und konventionellen Energieträgern betrug im November insgesamt 44,3 TWh. Damit lag sie rund 2,0 Prozent unter dem Wert des vorherigen Novembers in Höhe von 45,3 TWh.

Der Stromverbrauch ging in diesem Monat von 42,1 TWh auf 41,9 TWh (-0,5 Prozent) zurück.

Höchste und niedrigste Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien

Zur höchsten Erzeugung aus erneuerbaren Energien kam es am Montag, den 2.11. zwischen 12.00 und 13.00 Uhr mit rund 54 GWh, bei einem Stromverbrauch von 71,8 GWh. Damit lag sie rund 14 Prozent über dem höchsten Erzeugungswert des Vorjahres von 47,4 GWh. In diesem Zeitraum gab es eine hohe Einspeisung durch Onshore-Windkraftanlagen in Höhe von 32,9 GWh (60,9 Prozent). Weitere 9,3 GWh (17,2 Prozent) wurden durch Photovoltaik und 5,5 GWh durch Offshore-Windkraftanlagen (10,2 Prozent) eingespeist. Die Erzeugung aus Biomasse betrug in diesem Zeitraum 4,4 GWh (8,2 Prozent) und diejenige aus Wasserkraft 1,8 GWh (3,3 Prozent). Die restlichen 0,1 GWh (0,2 Prozent) trugen sonstige Erneuerbare bei.

Am Freitag, den 27.11. kam es zwischen 06.00 und 7.00 Uhr zur niedrigsten Erzeugung aus erneuerbaren Energien in Höhe von 7,1 GWh bei einem Stromverbrauch von 60,9 GWh. In diesem Zeitraum machte die Erzeugung aus Biomasse mit 4,5 GWh (63,4 Prozent) den Hauptanteil aus. Gefolgt von Wasserkraft mit 1,5 GWh (21,1 Prozent) und Onshore-Windkraftanlagen mit 0,7 GWh (9,9 Prozent). 0,4 GWh (5,6 Prozent) wurden aus Offshore-Windkraftanlagen und sonstigen Erneuerbaren generiert.

Der Großhandelsstrompreis in Deutschland

Die Großhandelsstrompreise sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die Stundenprodukte des EPEX-Spot-Day-Ahead-Markts wurden im November zwischen -10,48 und 110,13 Euro je Megawattstunde (Euro/MWh) gehandelt und hatten dabei einen Durchschnittspreis von 38,79 Euro/MWh. Damit lag er durchschnittlich 2,22 Euro/MWh niedriger als im Vorjahr (November 2019: 41,00 Euro/MWh). Neben der erhöhten Einspeisung erneuerbarer Energien trugen auch daraus resultierende negative Großhandelspreise zu einer Minderung des Monatsdurchschnitts bei.

Der geringste Börsenstrompreis in Höhe von -10,48 Euro/MWh trat am Montag, den 2.11. zwischen 03.00 und 04.00 Uhr auf. In diesem Zeitraum kam es aufgrund eines hohen Windaufkommens zu einer entsprechend hohen Einspeisung erneuerbarer Energien von 37,9 GWh. Negative Großhandelspreise traten im November an insgesamt 9 der 720 gehandelten Stunden auf. Im Vorjahresmonat hatte es keine negativen Großhandelsstrompreise gegeben.

Der höchste Börsenpreis trat am Donnerstag, den 26.11. zwischen 17.00 und 18.00 Uhr mit 110,13 Euro/MWh auf. In diesem Zeitraum traf ein hoher Stromverbrauch von 70,1 GWh auf eine niedrige Einspeisung erneuerbarer Energien in Höhe von 10,8 GWh.

Großhandelspreise in Deutschland

November 2020

November 2019

Durchschnitt [Euro/MWh]

38,79

41,00

Minimum [Euro/MWh]

-10,48

1,40

Maximum [Euro/MWh]

110,13

87,12

Anzahl Stunden negativer Preise

9

0

Datengrundlage: smard.de

Der kommerzielle Außenhandel

Deutschland exportierte im November insgesamt 3.259,6 GWh mehr Strom als es importierte und war somit, wie im Vorjahresmonat (4.082,9 GWh), Nettoexporteur. Im Vergleich ging der Nettoexport somit jedoch deutlich zurück.

Die Veränderungen der Im- und Exporte sind das Ergebnis von häufig auftretenden Preisschwankungen und Teil des normalen Marktgeschehens. Sie spiegeln das gesamteuropäische Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage wider. Zu welchem Zeitpunkt Strom im- oder exportiert wird, hängt nicht nur von Angebot und Nachfrage, sondern auch von den Strompreisen der anderen Länder ab. Die im Rahmen der Marktkopplung ermittelten Großhandelspreise resultieren aus den, zum jeweiligen Zeitpunkt unterschiedlichen, sogenannten relativen Erzeugungskosten. Sie beziffern unter anderem die Kosten für Brennstoffe oder auch CO2-Zertifikate, die wiederum von weiteren Faktoren abhängig sind.

Am 18. November startete der kommerzielle Handel über das Aachen Lüttich Electricity Grid Overlay (ALEGrO). Dies ist die erste direkte Verbindung zwischen Deutschland und Belgien.

Nettoimporteur war Deutschland in diesem Monat nur gegenüber Dänemark mit rund 692 GWh und Schweden mit 100 GWh. Im Vorjahresmonat lag bei diesen beiden Ländern ein Nettoexport vor. Der Vorzeichenwechsel liegt bei Schweden in den Großhandelspreisen begründet. Der durchschnittliche Großhandelspreis in Schweden (34,60 Euro/MWh) lag sowohl unter dem Vorjahreswert von 42,31 Euro pro MWh als auch unter dem deutschen Durchschnittspreis. In 374 der 720 gehandelten Stunden war Strom aus Schweden günstiger (2019: 220 Stunden).

Die Grafik zeigt den täglichen kommerziellen Außenhandel zwischen Deutschland und Belgien sowie den belgischen Großhandelspreis ab dem 18.11. bis einschließlich 30.11.2020. (Datenquelle: ENTSO-E)

Der Großhandelspreis lag im Marktgebiet Dänemark 1 mit durchschnittlich 23,75 Euro/MWh deutlich (Differenz: 15,04 Euro/MWh) unter dem deutschen und war in 385 Stunden günstiger (2019: 82 Stunden; Durchschnittspreis 41,75 Euro/MWh). Seit September erfolgt zum Marktgebiet Dänemark 2 aufgrund von Wartungsarbeiten an der Verbindungsleitung Kontek kein Stromhandel mit Deutschland.

Marktdatengrafiken zum Durchklicken

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