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Der Strommarkt im Jahr 2025
Höchste PV-Einspeisung in jedem Quartal
05.01.2026 - Die deutsche Stromerzeugung blieb mit 437,6 TWh im abgelaufenen Jahr nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr, der Stromverbrauch stieg um 0,1 Prozent. Der durchschnittliche Großhandelspreis am Day-Ahead-Markt lag mit 89,32 Euro/MWh höher als im Vorjahr. Im kommerziellen Außenhandel war Deutschland Nettoimporteur, importierte aber weniger Strom als im Vorjahr.
Insgesamt etwas mehr Erzeugung durch Erneuerbare durch starken PV-Zuwachs
Die deutsche Stromerzeugung* betrug im Jahr 2025 insgesamt rund 437,6 TWh. Gegenüber dem Vorjahr (437,7 TWh) blieb die Einspeisung ins Netz der allgemeinen Versorgung damit nahezu unverändert. Durch erneuerbare Energieträger wurden 257,5 TWh eingespeist, was einem Anteil von 58,8 Prozent an der Gesamterzeugung entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr (256,2 TWh, 58,5 Prozent Anteil) stieg sowohl die absolute Menge des durch erneuerbare Energieträger erzeugten Stroms, als auch dessen Anteil an der Gesamterzeugung leicht an.
Bei den Erneuerbaren verzeichnete Photovoltaik einen deutlichen Anstieg der Gesamteinspeisung: Mit 74,1 TWh lag diese um 17,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Bis auf die Monate Juli und September wurde in jedem einzelnen Monat – und damit auch in jedem einzelnen Quartal – ein neuer Höchststand bei der Einspeisung durch Photovoltaik erreicht. Ausschlaggebend dafür war vor allem der deutliche Zubau von Erzeugungskapazitäten in Höhe von fast 10 GW sowie überdurchschnittlich viel Sonneneinstrahlung im Frühjahr und im Sommer (DWD). Die Einspeisung durch Wind Offshore stieg leicht um 1,7 Prozent an, die Stromerzeugung aus allen anderen erneuerbaren Energieträgern ging hingegen zurück. Der deutlichste Rückgang wurde bei der Wasserkraft ausgemacht, durch die mit 14,0 TWh rund 20 Prozent weniger Strom eingespeist wurden als im Vorjahr. Der starke Zuwachs bei der Photovoltaik sorgte dennoch für insgesamt 0,5 Prozent mehr Strom aus erneuerbaren Quellen als im Vorjahr.
Für private Photovoltaikanlagen werden nur die Strommengen zur realisierten Erzeugung gerechnet, die in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist werden. Direkt vor Ort im Haushalt verbrauchter Strom, der sogenannte „PV-Eigenverbrauch“, wird dabei nicht erfasst.
Bei den konventionellen Energieträgern gab es unterschiedliche Entwicklungen. Die Einspeisung durch Braunkohle ging um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, womit der Energieträger mit 67,2 TWh hinter Photovoltaik fiel. Die Erzeugung durch Steinkohle stieg hingegen um 3,0 Prozent und die durch Erdgas um 6,4 Prozent. Insgesamt ging die realisierte Erzeugung durch konventionelle Energieträger um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.
Der Stromverbrauch (die Netzlast**) lag im Jahr 2025 bei 465,9 TWh, was einem Anstieg von rund 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (465,6 TWh). Die sogenannte Residuallast – also der Stromverbrauch abzüglich der Einspeisung aus PV- und Windkraftanlagen - ging dabei deutlicher um 1,9 Prozent auf 259,2 TWh zurück, es wurde also insgesamt ein größerer Anteil der Netzlast durch die Energieträger Wind und Sonne gedeckt.
Großhandelsstrompreise steigen weniger stark als in den Anrainern
Der durchschnittliche Großhandelsstrompreis am Day-Ahead-Markt belief sich auf 89,32 Euro/MWh, 13,8 Prozent über dem Durchschnittspreis des Vorjahres von 78,51 Euro/MWh. Der durchschnittliche Großhandelspreis in den Anrainerstaaten stieg mit 17,3 Prozent etwas deutlicher an, von 71,44 Euro/MWh im Vorjahr auf 83,78 Euro/MWh im Jahr 2025.
Besonders deutlich stiegen die Großhandelspreise im Vergleich zum Vorjahr in der Schweiz (101,69 Euro/MWh, 33,9 Prozent), dem Marktgebiet Norwegen 2 (65,40 Euro/MWh, 30,5 Prozent) und dem Marktgebiet Schweden 4 (60,43 Euro/MWh, 21,6 Prozent).
Durchschnittliche Großhandelspreise in Deutschland und den Anrainerstaaten | |||
2025 [Euro/MWh] | 2024 [Euro/MWh] | Veränderung [%] | |
Deutschland/Luxemburg | 89,32 | 78,51 | 13,8 |
∅ Anrainer DE/LU | 83,78 | 71,44 | 17,3 |
Belgien | 82,57 | 70,32 | 17,4 |
Dänemark 1 | 81,10 | 70,64 | 14,8 |
Dänemark 2 | 82,49 | 70,86 | 16,4 |
Frankreich | 61,07 | 58,02 | 5,3 |
Niederlande | 86,81 | 77,29 | 12,3 |
Norwegen 2 | 65,40 | 50,13 | 30,5 |
Österreich | 98,94 | 81,54 | 21,3 |
Polen | 104,29 | 96,26 | 8,3 |
Schweden 4 | 60,43 | 49,71 | 21,6 |
Schweiz | 101,69 | 75,96 | 33,9 |
Tschechien | 96,83 | 85,11 | 13,8 |
Der höchste Großhandelspreis des Jahres lag bei 583,40 Euro/MWh am Montag, den 20. Januar in der Stunde von 17.00 bis 18.00 Uhr. Bei einem prognostizierten Stromverbrauch von 69,7 GWh wurden in dieser Stunde nur etwa 3,4 GWh Einspeisung durch Photovoltaik und Wind vorausgesagt. Deren tatsächlich realisierte Erzeugung lag bei rund 4,6 GWh und der realisierte Stromverbrauch bei 70,6 GWh. Da die Preisbildung im Stromgroßhandel zum größten Teil am Day-Ahead-Markt erfolgt, sind die prognostizierten Werte ausschlaggebend für die Entwicklung der Großhandelspreise.
2024 lag der höchste Day-Ahead-Großhandelspreis bei 936,28 Euro/MWh. Diesen Extremwert sowie weitere Preisspitzen im Winter 2024 haben Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt auf mögliches marktmissbräuchliches Verhalten untersucht. Hinweise darauf konnten jedoch nicht festgestellt werden.
Insgesamt schwankten die Großhandelspreise im Jahr 2025 deutlicher als im Vorjahr. Zwar lagen die extremen Preisspitzen 2024 deutlich höher, 2025 bewegten sich die Großhandelspreise jedoch wesentlich häufiger im Bereich über 100 Euro/MWh. Dadurch fielen die durchschnittlichen Großhandelspreise letztendlich höher aus, obwohl es auch mehr Stunden gab, in denen die Preise niedriger oder im negativen Bereich waren.
In 573 von 8.760 Stunden des Jahres 2025 kam es zu negativen Großhandelspreisen. Diese können auftreten, wenn ein hohes und unflexibles Angebot auf eine niedrige Nachfrage trifft. Dies kann beispielsweise an Wochenenden im Sommer oder an Feiertagen vermehrt auftreten. Im Jahr 2024 war dies in 457 von 8.784 Stunden der Fall. Da 2024 ein Schaltjahr war, hatte es 24 Stunden mehr als 2025.
Day-Ahead Großhandelsstrompreis in Deutschland | ||
2025 | 2024 | |
Durchschnitt [Euro/MWh] | 89,32 | 78,51 |
Durchschnitt Anrainer [Euro/MWh] | 83,78 | 71,44 |
Minimum [Euro/MWh] | -250,32 | -135,45 |
Maximum [Euro/MWh] | 583,40 | 936,28 |
Anzahl Stunden negativer Preise | 573 | 457 |
Anzahl Stunden > 100 Euro/MWh | 3.494 | 2.296 |
Anzahl Stunden > 300 Euro/MWh | 40 | 41 |
Nettoimport fällt um mehr als 20 Prozent
Insgesamt exportierte Deutschland im abgelaufenen Jahr 54,3 TWh Strom, 11,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Stromimporte beliefen sich auf 76,2 TWh, ein Rückgang um 1,3 Prozent. Daraus ergibt sich ein Nettoimport von 21,9 TWh. Im Vorjahr betrug der Nettoimport 28,3 TWh.
Betrachtet man den energieträgerscharfen Außenhandel, so machte der Energieträger Wind Onshore 2025 wie im Vorjahr den größten Teil der Stromexporte aus. Der Anteil an den Gesamtexporten fiel jedoch von 31,6 Prozent auf 28,7 Prozent. Im Gegensatz dazu stieg der Anteil der Photovoltaik an den Stromexporten von 14,4 Prozent auf 17,7 Prozent. Bei den übrigen Energieträgern gab es nur wenig Veränderung. 63,9 Prozent der Exporte stammten aus erneuerbaren Quellen, im Vorjahr waren es 64,3 Prozent.
Bei den Stromimporten machte Kernenergie mit 22,0 Prozent knapp den größten Anteil aus. Das entspricht einer Strommenge von rund 28,6 TWh. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 27,5 Prozent. Dieser Rückgang stellt auch die mit Abstand größte Veränderung bei den energieträgerscharfen Importen dar. Den zweitgrößten Anteil an den Stromimporten mit 19,8 Prozent machte wie im Vorjahr die Wasserkraft aus.
Mit 13,5 TWh wurde die größte Menge Strom nach Österreich exportiert. Dies war auch im Vorjahr der Fall, die Exporte in das Nachbarland nahmen jedoch um 41,8 Prozent zu. Am stärksten stiegen die Exporte in die Schweiz, um 81,5 Prozent auf 5,6 TWh.
Mit 19,4 TWh war Dänemark der größte Stromlieferant Deutschlands, gefolgt von Frankreich (13,7 TWh). Die Importe aus Frankreich gingen jedoch im Vergleich zum Vorjahr um 14,3 Prozent zurück. Den größten Zuwachs gab es bei Importen aus den Niederlanden. Diese stiegen um 48,1 Prozent auf 13,1 TWh.
Der kommerzielle Außenhandel*** im Überblick (gerundet):
Import [TWh] | Export [TWh] | |
Gesamt | 76,2 | 54,3 |
Belgien | 6,2 | 3,3 |
Dänemark | 19,4 | 7,1 |
Frankreich | 13,7 | 2,5 |
Luxemburg | 0,0 | 3,5 |
Niederlande | 13,1 | 4,7 |
Norwegen | 8,2 | 1,2 |
Österreich | 1,2 | 13,5 |
Polen | 2,5 | 5,9 |
Schweden | 2,9 | 0,5 |
Schweiz | 6,5 | 5,6 |
Tschechien | 2,7 | 6,9 |
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*Bei der realisierten Erzeugung handelt es sich um die Nettostromerzeugung. Sie beziffert die Einspeisung in das Netz der allgemeinen Versorgung, abzüglich des Eigenverbrauchs der Kraftwerke. Die Erzeugung im Netz der Deutschen Bahn sowie innerhalb von Industrienetzen und geschlossenen Verteilnetzen ist nicht Bestandteil der realisierten Erzeugung.
**Der Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms an der Netzlast unterscheidet sich von der Berechnungsgrundlage für die Zieldefinitionen der Bundesregierung zum Ausbau der erneuerbaren Energien gemäß EEG, die sich am Bruttostromverbrauch bemisst. Die Netzlast erfasst keine Kraftwerkseigenverbräuche und keine Industrienetze, so dass bei der hier angewendeten Berechnungsgrundlage, im Vergleich zum Anteil am Bruttostromverbrauch, ein tendenziell höherer erneuerbare Energien-Anteil resultiert. Die Netzlast berechnet sich aus Nettostromerzeugung abzüglich Export-Übertragungsleistung, zuzüglich der Import-Übertragungsleistung und abzüglich der Pumparbeit von Pumpspeicherkraftwerken.
***Da die Berechnungsmethoden des energieträgerscharfen Außenhandels sich von denen der gesamten Im- und Exporte leicht unterscheiden, kann es beim Aufsummieren der energieträgerscharfen Werte für ein Land zu anderen Werten als den in dieser Tabelle genannten kommen.